Journal of the European Ayurvedic Society
by Inge Wezler | 1983 | 464,936 words
The Journal of the European Ayurvedic Society (JEAS) focuses on research on Indian medicine. Submissions can include both philological and practical studies on Ayurveda and other indigenous Indian medical systems, including ethnomedicine and research into local plants and drugs. The “European Ayurvedic Society” Journal was founded in 1983 in Gronin...
Reflections on Rasaratna-samuccaya and Rasendra-chudamani
[Full title: Uberlegungen zu Rasaratnasamuccaya (Kapitel 1-11) und zu Rasendracudamani / By Adelheid Bendixen]
Somadeva, Autor des Werkes Rasendracudamani (RCu)', wird von Ray2, Jaggi3 und Mazars ubereinstimmend in das 12. bis 13. Jahrhundert datiert. Das Werk Rasaratnasamuccaya (RRS) konne nicht vor Beginn des 14. Jahrhunderts entstanden sein, weil darin haufig Somadeva zitiert werde, bemerkt Mazars. Die Feststellung Siddhinandan Mishras im Vorwort der Textausgabe des RCu,' Vagbhata, den er als Verfasser des RRS ansieht, habe in den Kapiteln 1-11 des RRS die meisten seiner Slokas dem RCu entnommen, beschreibt den Sachverhalt (abgesehen von den problematischen Angaben zum Verfasser3) sehr zutreffend. Jaggi und Biswas 10 bezeichnen den RRS als Kompilation des 13. Jahrhunderts und nennen als Verfasser Vagbhata. In RRS 1,8 bezeichnet sich der Verfasser selbst allerdings lediglich als Sohn des Simhagupta. Nach einem Vergleich der beiden Texte scheint mir der RRS, zumindest was die Kapitel 2-10 anbelangt, keine Kompilation zu sein, sondern die Wiedergabe des Textes des RCu (sozusagen eine 'Neuausgabe'), wenn auch mit einigen Veranderungen, Auslassungen und Einschuben. Die Veranderungen sind formaler und inhaltlicher Art. Formal erfolgt eine Umstellung der Kapitel und eine Anderung der Reihenfolge der Verse innerhalb mancher Kapitel. 1 Zur benutzten Edition s. Anm. 7. 2 P.C. Ray, History of Hindu Chemistry, Vol.II, Calcutta 1909, S.liv. 3 O.P. Jaggi, Yogic and Tantric Medicine, Vol. V, Delhi/Lucknow 1979, S.142. 4 G. Mazars, 'Une litterature a explorer: Les rasasastra', S.327-335 bei G.J. Meulenbeld (Hrsg.), Proceedings of the International Workshop on Priorities in the Study of Indian Medicine, (Publikaties van het Instituut voor Indische talen, en culturen 4), Groningen 1984, S.331. 5 Hrsg. mit dem Hindi-Kommentar Suratnojjvala von Kaviraj Sri Ambikadatta Sastri, Varanasi 1961. 6 Loc. cit. Rasendracudamani by Somadeva, (Chaukhambha Orientalia, Jaikrishnadas Ayurveda Series 57), Varanasi 1984, S.8. 8 S. hierzu G.J. Meulenbeld, The Madhavanidana and its Chief Commentary, Chapters 1-10, (Orientalis Rheno-Traiectina 19), Leiden 1974, S.423. 9 10 Loc. cit. A.K. Biswas, 'Rasaratnasamuccaya and Mineral Processing State-of-Art in the 13 th Century A.D. India', Indian Journal of History of Science 22, 1987, S.29-46; s. S.29.
Als eine der wenigen inhaltlichen Anderungen ist z.B. zu erwahnen, dass Somadeva rajavarta als maharasa (RCu 10,1; 10,55-60) bezeichnet, der Autor des RRS rajavarta dagegen nur als ratna (4,2; 4,75-81) aufzahlt und behandelt, dafur aber capala als (maha)rasa nennt (2,1) und zur Beschreibung dieser Substanz (2,135-141) auf das Rasarnavatantra (RV) und eine von mir nicht identifizierte Textstelle zuruckgreift (RRS 2,135-136 ≈ RV 7,23-24). Die Einschube stammen haufig aus dem RV, seltener aus dem Rasahrdayatantra des Govindabhagavatpada (RH)12 - eine Ausnahme macht das 1. Kapitel (RRS 1,33-59), das eine langere Passage des RH (1,3-33) darstellt und einem oder wahrscheinlich mehreren Texten, die von mir nicht identifiziert sind. Einen Hinweis, dass der Autor des RRS diesen Teil seines Werkes als Textwiedergabe und nicht als Kompilation versteht, sehe ich darin, dass er Somadeva nicht unter den Autoritaten aufzahlt, deren Tantras er studiert hat (RRS 1,1-7). Dass er seine Bezugnahme auf Somadeva verheimlichen will, ist unwahrscheinlich, da auch Verse aus dem RCu ubernommen sind, in denen der Name Somadeva vorkommt, wie z.B. RRS 3,42 (RC 11,31), RRS 8,1 (RCu 4,1), RRS 8,100 (RCu 4,116), RRS 9,1 (RCu 5,1), RRS 5,231 (RCu 14,198). Der Verfasser des RRS muss Somadeva als eine anerkannte Autoritat angesehen haben, die es nicht notig hatte, die eigene Autoritat durch Zitate aus anderen Werken zu untermauern, da er keine der Verse und Kapitel, in denen Somadeva unter namentlicher Nennung der Quelle aus anderen Tantras zitiert, in den RRS ubernimmt. Es fehlen: RCu 1,35; 14,128-129; 15,29-31; 15,35 (Bezug auf Nandi), RCu 14,199-205 (Bezug auf Devasunu), RCu 15,32 (Bezug auf Bhaskara), RCu 15,33 (Bezug auf Dinesvara/Bhaluki), RCu 15,34 (Bezug auf Govinda), RCu 15,54-57 (Bezug auf Bhaluki). Ferner fehlen das 6. Kapitel (Bezug auf Manthanabhairava: 6,1) und das 7. Kapitel (Bezug auf Srikantha: 7,1). Der Verfasser des RRS begnugt sich mit einem Hinweis auf diese Autoritaten am Anfang seines Werkes (RRS 1,1-17). Es fehlen allerdings in dieser Aufzahlung die Namen Srikantha, Dinesvara und Devasunu. 11 12 Hrsg. von P.C. Ray und H. Kaviratna, Nachdruck Calcutta 1985. Hrsg. mit dem Kommentar des Caturbhujamisra, (Krsna-Gopala Granthamala 23), Ajmer 1958.
